12. Bayreuther Forum für Wirtschafts- und Medienrecht

"IP-Management als strategischer Faktor für Unternehmen"

Gemeinsame Fachtagung der Bayern Innovativ GmbH, der FWMR und der IHK für Oberfranken

30. September 2014, Universität Bayreuth


Am 30. September 2014 fand das 12. Bayreuther Forum für Wirtschafts- und Medienrecht als gemeinsame Tagung der Forschungsstelle für Wirtschafts- und Medienrecht (FWMR) und der Bayern Innovativ GmbH mit dem Titel „IP-Management als strategischer Faktor für Unternehmen“ in Kooperation mit der IHK für Oberfranken an der Universität Bayreuth statt. IP-Management bezeichnet den modernen Umgang mit Patenten, Designs, Marken, Urheberrechten und Know How  in Unternehmen. Solche Schutzrechte am geistigen Eigentum, dem „Intellectual Property“ (IP), sind in den letzten Jahren als wichtiges Unternehmensvermögen entdeckt worden. Moderne Managementaufgabe, auch in kleineren und mittleren Unternehmen, ist es, neue Ideen zu fördern, sie juristisch abzusichern und ökonomisch zu verwerten.

Referenten und Teilnehmer aus verschiedenen Institutionen und Berufszweigen machten es möglich, einen vielfältigen und vor allem interdisziplinären Blick auf die Fragen zu werfen, die sich für Unternehmen im Bereich des IP-Managements stellen. Die Bedeutung des Themas zeigte die illustre Runde, die Prof. Dr. Rupprecht Podszun, Direktor der Forschungsstelle für Wirtschafts- und Medienrecht, zum Auftakt der Tagung begrüßen konnte: Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible, der Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth, Heribert Trunk, und Dr. Matthias Konrad von Bayern Innovativ. Im Publikum waren zahlreiche Experten aus Unternehmen, Kanzleien und Wissenschaft versammelt.

Mit einer Keynote Speech eröffnete Prof. Dr. Christoph Ann von der Technischen Universität München, die Tagung. Er plädierte eindrücklich für Informationsschutz als Kernaufgabe des General Managements in Unternehmen.

Das erste Panel der Tagung widmete sich der Frage nach Schutzstrategien für kleine und mittlere Unternehmen. Dazu gab Dr. Armin Zellner vom Europäischen Patentamt (EPA) einen Einblick in die Arbeit des EPA und insbesondere einen Überblick über dessen Tätigkeit für Unternehmen insbesondere durch Bereitstellung von Patentinformationsdiensten zur Ermöglichung eines effektiven Patent-Monitorings. Daran anschließend berichtete Dr. Matthias Bosch, Patentanwalt bei Bosch Jehle in München, über die Voraussetzungen, Kosten und Fallstricke bei Patentanmeldungen. Auch er betonte die Relevanz von Geheimhaltung und skizzierte die wirtschaftliche Bedeutung von Patenten im Unternehmen. Abgerundet wurde dieses Panel mit dem Vortrag von Dr. Alexander Klicznik, Rechtsanwalt, European Patent Attorney, Hogan Lovells LLP Düsseldorf. Er widmete sich den Auswirkungen der Schaffung des Europäischen Einheitspatents und des Europäischen Patentgerichts für kleine und mittlere Unternehmen. Moderiert wurde dieses Panel von Dr. Christian Reiser (Bayern Innovativ).

Mit „IP: Management und Möglichkeiten“ war das zweite, von Matthias Reiner, IHK für Oberfranken, moderierte Panel überschrieben. Prof. Dr. Thomas Tiefel von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden referierte dazu über die Rolle von Patenten im strategischen Technologie- und Innovationsmanagement. Es folgte ein Vortrag von Bruno Götz, TÜV Rheinland Consulting GmbH, zu den erweiterten Funktionen von Patenten neben ihrer Eigenschaft als Verbietungsrecht und den dazu passenden Bewertungsstrategien. Dr. Marc Tobias, BGW Management Advisory Group (St. Gallen, München, Wien), widmete sich zum Abschluss dieses Panels dem Management von Patentportfolien und unterbreitete dazu einen möglichen Ansatz. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung einer erfolgreichen Portfolio-Umsetzung für kleine und mittlere Unternehmen.

Ein drittes Panel behandelte die Fragen der Verwertung von Schutzrechten. Boris Bend, IP Innovation Partners GmbH, erläuterte dabei die Bewertungsverfahren für Patente, zeigte auf, welche Motivation für eine Patentbewertung bestehen kann und stellte Anbieter von Bewertungsverfahren vor. Eine wichtige Form der Verwertung von Schutzrechten ist deren Lizenzierung. Den Gestaltungsmöglichkeiten von Lizenzvereinbarungen widmeten sich daher in einem gemeinsamen Vortrag Dr. Stefanie Nabrotzki, Rechtsanwältin, und Frank Bollmann, Managing Director von Vossius&Partner. Moderiert wurde dieses Panel von Dr. Heinz-Walter Ludwigs, Technologietransferstelle Universität Bayreuth.

Mit spannenden first-hand-Berichten eröffneten drei Praktiker zum Abschluss der Tagung Einblicke in ihre unternehmerische Praxis des IP-Managements. Dr. Kay-Jochen Rinck von der REHAU AG & Co. berichtete vom IP-Management bei dem großen Kunststoffverarbeiter, wo die gesamte Palette modernen IP-Managements genutzt wird. Dr. Roland Kreutzer von der Axolabs GmbH erläuterte die Bedeutung von Patenten und IP-Management für einen Medikamentenentwickler und deutete auf die Herausforderungen, die sich beim Monitoring von Patenten ergeben. Dr. Thomas Ruhland von der Raumedic AG illustrierte die IP-Strategie eines mittelständischen Unternehmens in der Medizintechnik und ging dabei verstärkt auf die Themen IP-Strategie, Patent Scouting und Erfinderbetreuung ein.

Die interdisziplinäre Fachtagung mit Praktikern und Wissenschaftlern eröffnete neue Horizonte und zeigte auf, wie dynamisch und entwicklungsoffen IP-Management noch ist. Die Forschungsstelle für Wirtschafts- und Medienrecht wird sowohl dieses Thema als auch den intensiven Austausch mit der Praxis auf der Agenda behalten.


Das PROGRAMM der Tagung finden Sie hier.